Eiskalte Szenerie am „Hintereingang“ zum Lichtkunstbahnhof

Kunst Von Anke Schlicht | am Fr., 26.11.2021 - 11:50

CELLE. Wer den „Hintereingang“ wählt, um den Celler Bahnhof zu betreten, wird zukünftig ein Kunstobjekt bestaunen können, das gestern von Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, dem künstlerischen Leiter des Celler Kunstmuseums Robert Simon sowie dem Vertreter der Deutschen Bahn Jörn Tunat der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Eine eiskalte Szenerie bietet sich dem Besucher in Form einer kahlen Wand, die über der Eingangstür lediglich durch eine horizontale blau leuchtende Linie sowie vier Leuchtobjekte unterbrochen wird. Es handelt sich um ehemalige Werbekästen, die geometrische Formen, ausgeschnitten aus Alu-Transparenten, enthalten, mit Hochleistungs-LEDs hinterleuchtet werden und vier Buchstaben eines Wortes ergeben sollen. Erschaffen wurde das Werk von Gunda Förster, die seit Mitte der neunziger Jahre mit Licht arbeitet und ebenso wie die Urheber des zweiten eingeweihten Werkes, das Duo Hartung/Trenz, zu den Künstlern des Celler Kunstmuseums gehört.

Die riesigen Lettern, die bei Einbruch der Dämmerung auf dem Dach über der Bahnhofshalle auftauchen und den Schriftzug „ATEMZUG“ bilden, dürften ausreichen, damit die Insassen der einfahrenden Züge ihren Blick erheben von Smartphone, Laptop, Buch oder Zeitung und sich vielleicht Gedanken machen zu der Projektion, die sich ihnen da exklusiv präsentiert. Denn das Gebilde ist nur von den Bahngleisen sichtbar, wenn man in Richtung Innenstadt schaut. Detlef Hartung und Georg Trenz erinnern in dieser Form an frühere großformatige Stationsnamen an Bahnhofsfronten, Häuserfassaden oder Dächern. Sie nutzen ein Alltagswort als Nomen-Komposition, das durch die dauerhafte Präsenz seinen eindeutigen Sinn verliert und neue Assoziationsräume eröffnet. Jedes Jahr werden neue Begriffe, die auf Regionales oder möglicherweise auch auf gesellschaftliche Veränderungen Bezug nehmen, das Bahnhofsdach zieren.

Mit den beiden gestern eingeweihten Arbeiten ist die Gestaltung des Celler Lichtkunstbahnhofs nach einer Idee und auf Initiative von Robert Simon (vorerst) beendet.