Günther Lange ist neuer Ortsbürgermeister in Bergen

Politik Von Susanne Zaulick | am Mi., 11.11.2020 - 10:43

BERGEN. Günther Lange (WG, links auf dem Foto) ist neuer Ortsbürgermeister in Bergen. Er wurde gestern Abend  vom Ortsrat als Nachfolger des zurückgetretenen Dr. Virendra Singh gewählt. Stellvertretender Ortsbürgermeister ist Peter Meinecke (CDU, Foto rechts). Beide Voten waren einstimmig, die Wahlen fanden jeweils ohne Gegenkandidaten statt.

Traditionell wird in Bergen zum Ortsbürgermeister gewählt, wer bei der Wahl zum Ortsrat die meisten Stimmen erhalten hat – unabhängig von Parteienmehrheiten. Demgemäß erklärte Peter Meinecke, der ebenfalls als Kandidat für das Amt des Ortsbürgermeisters vorgeschlagen worden war, er verzichte zugunsten von Günther Lange, dem er in den vergangenen Jahren eine engagierte Arbeit als stellvertretender Ortsbürgermeister bescheinigte. Für die drei Ortsratsmitglieder, die ihre Mandate abgegeben haben (Randolf Horrer (SPD), Christian Böker und Virendra Singh (beide CDU)), wurden Simon Rabe (SPD) sowie Annegret Hohls und Hans-Christian Benning (beide CDU) neu verpflichtet.

Inhaltlich ging es in der sich anschließenden Sitzung vor allem um Bauliches, aber auch um das Stadtbild in der Vorweihnachtszeit. Außerdem waren David Oestreich, 2. Vorsitzender des Gartenvereins Bergen, und Joachim Romer, Präsidenten des LNG (Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde),  anwesend, um die Debatte um einen von ihnen gestellten Antrag zu verfolgen. Der erst im Februar 2020 gegründete Kleingartenverein Bergen ist auf der Suche nach einem Grundstück um seine Vereinszwecke ausüben zu können. Es sollte laut Oestreich 1,5 bis 2 Hektar groß sein und möglichst nah am „Musikerviertel“ liegen, da man dort aufgrund der zahlreichen Mehrfamilienhäuser eine hohe Nachfrage verzeichne. Insgesamt lägen dem Verein bereits 200 Anfragen vor. Joachim Romer hob die Bedeutung des Kleingartenwesens als soziale Komponente, aber auch für Bildung und Möglichkeit zum Naturerlebnis hervor. 

Von Seiten des Ortsrates möchte man die Ziele der Vereins zwar gern unterstützen, hat aber auch Bedenken wegen der angespannten finanziellen Lage der Stadt. Eine Verpflichtung, dem Verein Land zur Verfügung zu stellen, gebe es nicht, erklärte der Allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Frank Juchert. Als nächstes Gremium wird sich nun der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltschutz mit dem Anliegen befassen.

Die nächsten Tagesordnungspunkte machten zudem deutlich, dass es in Bergen derzeit etliche Möglichkeiten gibt, innerstädtische Freiflächen gewinnbringend zu veräußern, statt sie an einen Verein zu verpachten. „Der Bienenzaun ist abverkauft“, berichtete Frank Juchert vom jüngsten Baugebiet am südlichen Stadtrand. In der Mozartstraße möchte die Stadt jetzt 18 Bauplätze im beschleunigen Verfahren erschließen. Die Flächen sind im Eigentum der Stadtentwicklung Bergen GmbH (SEB). 53 Bauland-Interessenten gäbe es bereits , berichtete Juchert. Auch nach neuen Gewerbeflächen sei man auf der Suche. 

Bereits sehr konkrete Pläne gibt es für ein Grundstück, das im alten Kern der Stadt, lange Zeit „brach“ gelegen hat: die Lukenstraße 2. Hier sollen neun barrierefreie Wohnungen entstehen, wobei vom alten Gebäude das Gebälck erhalten bleiben soll. Der Eigentümer erhält bei einer Gesamtinvestition von rund 2,5 Millionen Euro Zuschüsse aus Städtebaufördermitteln in Höhe von 770.000 Euro. Davon trägt die Stadt Bergen rund 256.000 Euro. Petra Rabe (SPD) zeigte sich skeptisch angesichts der Verwendung öffentlicher Gelder für die private Baumaßnahme. Frank Juchert erläuterte, dass man genau für solche Zwecke die Städtebaufördermittel erhalte und bisher noch nicht allzuviel davon abgerufen worden sei. Mit drei Gegenstimmen empfahl der Ortsrat die Planung.

Zu guter Letzt stand dann noch das vorweihnachtliche Ambiente im Corona-Jahr 2020 im Mittelpunkt. Auf Anfrage von Peter Meinecke, bestätigte Frank Juchert, dass in diesem Jahr wohl kein Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz aufgestellt würde. Die Feuerwehr, die diese Aufgabe sonst übernimmt, beschränkt ihre Aktivitäten coronabedingt derzeit auf das notwendige Einsatzgeschehen. Chrischan Benning (CDU), Anlieger am Friedensplatz mit einem gastronomischen Betrieb, für vorweihnachtliche Dekoration auf den Plätzen der Stadtmitte zu sorgen.