Nach Brandgeruch im Hybrid Jeep "niemand zuständig"

Technik Von Peter Fehlhaber | am Di., 30.11.2021 - 12:40

CELLE. Er steht isoliert in einem Spezialcontainer auf einem Abschlepphof in Celle - ein Jeep Hybrid mit gerade mal 7700 Kilometern. Doch niemand "möchte ihn haben". Nach einem Brandgeruch hoffte die Eigentümerin auf Hilfe seitens der Feuerwehr oder des Händlers, vergebens. 

"Am Freitag bemerkte ich bei meinem Fahrzeug Brandgeruch, bin sofort ausgestiegen und habe einen Abschleppdienst angerufen. Aus seiner Sicht ein Fall für die Feuerwehr", so die Eigentümerin gegenüber CELLEHEUTE, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. Diese habe beim Jeep Compass zwar einen Schmorgeruch wahrgenommen konnte aber "nach eingehender Prüfung nichts machen, da keine Ursache bzw. Feuer feststellbar waren", bestätigt Feuerwehr-Sprecher Florian Persuhn. 

Also wollte die Cellerin das Fahrzeug zur zuständigen Werkstatt nach Lehrte bringen lassen. Diese habe das Fahrzeug aber nicht annehmen wollen, da er ihnen "zu unsicher" war. Der Abschleppdienst sah sich nun gezwungen zu handeln und organisierte von einem befreundeten Unternehmen aus Lehrte einen Spezialcontainer. 

Der für solche Fälle geschulte Hochvolttechniker Oliver Flörke konnte den SUV zwar stromlos schalten und eine Gefahr damit vorerst abwenden, sieht aber ein grundsätzliches Problem bei E-Fahrzeugen: "Es ist ein sehr komplexes Thema und es gibt noch keinen allgemeinen Lösungsansatz für solche Fälle. Aus unserer Sicht ist der Quarantäne-Container vorerst die sicherste Lösung. Im Falle eines Brandes wird das kontaminierte Löschwasser sofort gebunden. Allerdings: wenn so ein Fahrzeug auf der Straße brennt, steht man hinterher vor der Thematik Löschwasser im Erdreich, den Folgekosten und Umweltbelastung."

Der Jeep-Fahrerin helfen die Erklärungen jedoch nichts, sie habe den rund ein Jahr alten Wagen gerade einmal sieben Wochen in Besitz und steht nun ohne Auto da. Nach unserer Anfrage bei Jeep hatte man ihr dann unverzüglich einen Leihwagen organisiert und wolle jetzt den Wagen genauer unter die Lupe nehmen. "Als die das Wort Presse hörten, wurden sie endlich hellhörig und wach", freut sich die Cellerin. 

Der Jeep-Firmensprecher erklärt: "Wir stehen selbstverständlich in engem Kontakt zu unserer Kundin. Am morgigen Mittwoch wird einer unserer Technik-Spezialisten das Fahrzeug am derzeitigen Standort begutachten. Danach wird das Fahrzeug zu einem unserer Jeep-Vertragspartner gebracht und notwendige Reparaturen werden durchgeführt, betreut von unserem zentralen Technik-Team. Bereits gestern hat unsere Kundin einen adäquaten Leihwagen erhalten. Wir werden unsere Kundin auch weiterhin engmaschig informieren."

Fragen zu Ursache und/oder Reparatur-Maßnahmen könne Jeep erst beantworten, wenn der Technik-Spezialist das Fahrzeug untersucht und ausgewertet habe.